Ein Verlag, der mit dem Chaos begann

Von einem Jugendtraum mit siebzehn über eine Verbeugung vor dem Chaos Computer Club bis zu einem Namen, der für die Liebe zur Literatur steht.

Mit siebzehn der erste Verlag

Angefangen hat alles früh — und, dem Alter angemessen, mit reichlich Übermut. Mit siebzehn gründete Alexander Holtermann seinen ersten Verlag und gab ihm einen Namen, der nach Aufbruch klang: Chaos-Verlag. Es ging um Bücher, um Ideen, um das Gefühl, dass Gedrucktes etwas bewegen kann.

Eine Verbeugung

Bald gab es jemanden, der den Namen „Chaos" mit Leben füllte wie kein zweiter: der Chaos Computer Club. Als der Club höflich anfragte, ob er den Namen übernehmen dürfe, sagte Holtermann ohne Zögern Ja — aus echter Bewunderung für dessen Arbeit, für die Haltung, die Neugier, das hartnäckige Eintreten für eine mündige digitale Gesellschaft. Manche Namen, fand er, gehören dorthin, wo sie am meisten bedeuten.

Geblieben ist die Liebe zu Büchern

Was blieb, war die eigentliche Triebfeder: die Liebe zu Büchern. Zum Lesen, zum Schreiben, zum Gedanken, der erst auf Papier seine endgültige Form findet. Aus dieser Liebe wuchs, viele Jahre später, ein neuer Verlag — diesmal mit einem Namen, der genau dafür steht.

Warum Balzac

Honoré de Balzac hat in seiner Menschlichen Komödie eine ganze Gesellschaft seziert — ihre Eitelkeiten, ihre Triebkräfte, ihre Widersprüche — und das mit einem Tempo und einer Produktivität, die bis heute staunen lassen. Holtermann bewundert dieses Werk; und er erkennt darin manches wieder: die Lust, Dinge zu durchdringen, die Vielzahl der Projekte, den Drang, das eigene Bild der Welt aufzuschreiben, bevor es sich wieder verschiebt. Balzac Publishers ist eine Hommage an diesen Geist — ein Verlag für Bücher, die hinschauen, wo es unbequem wird, und die erzählen, wo es Freude macht.